Henry Giffards Weltausstellungsballon, Paris 1878, Holzstich 308 x 232 Millimeter, Foto: Deutsches Museum.

Unter dem Stichwort vertikale Erkundung geht die Ausstellung der Rolle aufblasbarer Objekte in der Vermessung des Himmels und der Erde nach. Frühe Luftfahrten standen in der Tradition von Entdeckungsreisen zu Land und zur See. Für etablierte Verfahren der Geografie stellten diese Ballonaufstiege allerdings eine Herausforderung dar: Die Betrachtung von Wolkenlandschaften und der Erdoberfläche aus der Luft ließ die Grenzen zwischen Vermessung und Vermutung verschwimmen. In den schwebenden Exkursionen mit dem unlenkbaren Luftfahrzeug überlagerten sich Wissen und Imagination.

Aktuelle künstlerische Arbeiten greifen dieses Zusammenspiel von Fakt und Fiktion in der Wissensproduktion auf. Diese aufblasbaren Objekte untersuchen unsere Beziehung zum Planeten Erde und loten mögliche und unmögliche Alternativen aus: Bilder aus der Raumfahrt stehen neben frühen Ballonkameras; Hightech-Sensorik kontrastiert mit selbstgebauten Instrumenten-Tischen; neueste Luftstrom-Simulatoren für Ballonreisen ergänzen alte Fahrtvorhersagen; aktuelle Visionen von Wolkenstädten greifen historische Ballonlabore auf.