Ant Farm, »50x50' Kissen«, Temporäre Installation, Freestone, Kalifornien 1970, Foto: Chip Lord, mit freundlicher Genehmigung des Museums der Universität Kalifornien, Berkeley, und des Pacific Film Archive.

In der frühen Ballonfahrt tüftelten Bastler_innen an abenteuerlichen Flugapparaten. Mit ihren Entwürfen und Experimenten schrieben sie an technischen Machbarkeitsfantasien und Nutzungsszenarien mit. Ab den 1960-er Jahren erprobten Inflatables neue Formen der Architektur und Gesellschaft. Mit diesen leichten und mobilen Strukturen reagierten junge Architekturgruppen auf die politischen Herausforderungen ihrer Zeit und ließen sich von der Raumfahrt, der Kybernetik und der Hippiekultur inspirieren. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Kritik an Urbanisierung und Umweltverschmutzung schufen sie ökologische, selbst-regulierende Räume. Aufblasbare Umgebungen boten so Raum für nomadische Formen des Zusammenlebens.

Aktuelle künstlerische Arbeiten zeigen auf, wie handwerkliches Wissen über Inflatables in Wechselwirkung mit militärischen Interessen steht. Vor allem greifen sie aber Tendenzen zum Ausprobieren und Selbermachen auf. Sie leiten zum gemeinsamen Bau von Inflatables an, laden ein zur Zusammenkunft in temporären Räumen oder stellen humorvolle und verspielte Infrastrukturen des Protests zur Verfügung.