Seit 1783 der erste Heißluftballon aufstieg, inspirieren aufblasbare Objekte Vorstellungen alternativer Welten. Im neunzehnten Jahrhundert kolonialisierten Luftstädte den Himmel, schwebende Labore vermaßen die Welt und fliegende Kameras popularisierten den Blick von oben. Seit den 1930er Jahren setzen gigantische Luftpuppen sozialistische und kapitalistische Massenparaden in Szene. Mit den Idealen der 68er-Generation hielten aufblasbare Räume und Performances Einzug in die Architektur und erprobten neue Formen des Zusammenlebens.

Floating Utopias führt in einer Ausstellung und begleitenden Interventionen im Stadtraum die Vielfalt pneumatischer Medien vor Augen. Das Projekt stellt historische und aktuelle Arbeiten gegenüber und fragt nach ihrem Potential für die künstlerische und aktivistische Praxis. Aufblasbare Objekte dienen bis heute als Werkzeuge für ästhetische und politische Interventionen: Künstler_innen und Aktivist_innen verorten ihre Arbeiten zwischen Surrealität und Funktionalität, Fiktion und Fakt. Inflatables verführen zu Spiel und Ungehorsam, stiften Gemeinschaft und Teilhabe, erzeugen Aufmerksamkeit und Handlungsmacht.